Erkenntnis der Woche: Essen ist Gewohnheit Teil 1

Ich hatte, wie gesagt, viel Zeit zum nachdenken in den letzten Wochen. Bleibt nicht aus, wenn das einzige was man tun darf sitzen ist, mit hochgelegtem Bein. Habe dabei den einen oder anderen Podcast gehört und eine wahre Flut von Gedanken gehabt die ich mal versuche hier zu sortieren.

Zwei ganz essentielle Sachen haben sich da herauskristallisisiert:

  1. Essen ist Gewohnheit
  2. Warum mich mein Perfektionismus derart ausbremst.

Essen ist Gewohnheit

Das ist tatsächlich so: ich esse wann ich esse, weil ich es so gewohnt bin. Ich esse wenn ich aufstehe, ich esse um 12, ich esse wenn ich nach Hause komme. Ich esse wenn ich verunsichert bin, ich esse wenn ich Angst habe, ich esse wenn ich mich langweile und nichts mit mir anzufangen weiß.

Wenn ich es schaffen würde diese Gewohnheiten zu brechen, zu ersetzen, wäre ich schon ein ganzes Stück weiter. Vor allen Dingen: Es ist ein Weg, mit dem ich an meinen lieben inneren Wächter vorbei könnte ohne Alarm auszulösen. Derjenige Wächter, dem ich diesen Speckschutzmantel zu verdanken habe und der noch nicht einsehen will, dass ich ihn nicht mehr brauche.

Tatsächlich bin ich bereits dabei erfolgreich eine bestimmte Gewohnheit auf Links zu drehen. Es geht um das Essen direkt nach dem Aufstehen bzw. wenn ich auf der Arbeit ankomme.

Mein Mann hat mich wegen dieser Gewohnheit schon mal als Esssüchtig bezeichnet. Er war nahe dran, aber er traf nicht ganz den Punkt. Ich habe zu der Zeit IMMER sofort nach dem Aufstehen gegessen. Einfach weil ich …. ja warum eigentlich? … teilweise, je nachdem wie früh ich aufgestanden bin, habe ich schon um 5 Uhr meine ersten Toasts gegessen. NATÜRLICH war ich dann spätestens um 10 wieder hungrig, und dann um 14 Uhr wieder. Und natürlich wieder um 18 Uhr. Das führte also schlichtweg dazu, dass ich mindestens eine Mahlzeit zu viel zu mir genommen habe. Bei keiner war ich übrigens so richtig satt.

Im Urlaub auf Fehmarn dann, habe ich es anders gemacht. Hat sich einfach so ergeben. Da gab es erst um 10 Uhr Frühstück, immer zwei Brötchen, gut belegt. Mittagessen fiel aus (weil noch nicht wieder hungrig). Abendessen war dann normal zwischen 17 und 18 Uhr. Trotz des Bierchen Abends, habe ich in den zwei Wochen nicht zugenommen. War also scheinbar gar nicht mal so verkehrt.

Wieder in der gewohnten Umgebung habe ich dann aber leider wieder so weitergemacht wie gewohnt. Seit zwei Wochen arbeite ich nun aber daran genau das zu ändern. Zu Hause aufs Essen zu verzichten bevor ich zur Arbeit fahre ist relativ leicht umzusetzen gewesen. Nicht über das Frühstück herzufallen sobald ich im Büro durch die Tür bin weniger.

Ich muss dazu sagen: ich habe Gleitzeit. Ich kann um 6 Uhr anfangen, oder auch erst um 10. Zweiteres ist kein Problem, 10 ist so ungefähr die Uhrzeit die ich anpeile. Aber 6 Uhr ist tatsächlich ein Problem.

Ich behelfe mir derzeit mit Ingwer-Tee. Meine Regel: erst Tee trinken, dann eine Flasche Wasser, erst dann Frühstück. Und es funktioniert! Den Tee zuzubereiten, ziehen lassen und zu trinken dauert insgesamt fast eine halbe Stunde. Da habe ich dann schon längst Ablenkung durch Arbeiten gefunden (wenn mein Chef das lesen würde *g*) und kann das Frühstücken problemlos noch weiter nach hinten verschieben. Gewohnheit gebrochen. Das hilft auch direkt mit der zweiten Gewohnheit zu brechen: um 12 Uhr essen weil … es halt 12 ist. Geht schlichtweg nicht mehr, weil ich noch papp satt bin.

Resultat: ich habe tatsächlich seit zwei Wochen ein Defizit. Klein, aber es ist ein Defizit.

Ich habe da natürlich noch diverse andere Essgewohnheiten an denen ich arbeiten muss. Der schwierigste Brocken sind die Essgewohnheiten mit seelischen Auslösereizen. Aber alles zu seiner Zeit. Erst mal bin ich stolz über das bereits erreichte.

Ach so, woher ich weiß, dass ich ein Defizit habe? Ich führe seit zwei Wochen wieder Ernährungstagebuch, lückenlos. Wie ich das geschafft habe und was es mit dem Perfektionismus so auf sich hat bei mir, erzähle ich dann beim nächsten mal 🙂

Wünsche allen einen Guten Start in die Woche!

Eure red-chaos

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